Winter 97 im Far Out, Olli Bajon und Schucki sind schon da und schwatzen mit vier Mädels. Da hat Schucki wohl ein paar
alte Bekannte wiedergetroffen, wie's aussieht. Die Damen werden mir höflich vorgestellt, sehr angenehm, hallo, na?
Bilanz des Abends für Carsten Schuckmann: zwei Telefonnummern abgegriffen, von alten Bekannten keine Spur, sondern erst
fünf Minuten angequatscht, bevor ich dazukam. Die favorisierte Kandidatin wohnt in München.
Kurzerhand wird ein
Trip zur 505er-Legende vom Starnberger See anberaumt, mit Snowboarden auf der Zugspitze, Luxusleben in Wölfis
5-Sterne-Absteige (wo Schucki sich übrigens blendend mit dem Au pair-girl versteht), und nicht zuletzt zwei Dates in
der Bayernmetropole. Unpassenderweise bringt die Alte immer ihren Lover mit, von dem sie partout nicht ablassen will, obwohl
sie Schucki ausgesprochen dufte findet. Dumm gelaufen. Jedoch ist nicht alles verloren, denn sie versorgt Schucki noch mit
der Telefonnummer einer Freundin. So einen Kerl kann sie doch nicht einfach seines Wegs ziehen lassen. Nicht schüchtern
zieht Schucki das Handy von Wölfi aus der Tasche und ruft noch an Ort und Stelle an. Es meldet sich Nicki, man ist sich
sympathisch und verabredet sich für Berlin.
Eine Woche später sitzt die Gute bei Mama und Papa Schuckmann zu Hause auf
dem Schwiegertochtersofa. Alles prima: Nicki hat um zwei Ecken eine Piratenconnection, mag Surfen, ist Jackendesignerin und
fährt einen schicken Lancia mit Ledersitzen. Es folgen diverse Wochenendausflüge zum Brettsegeln an die Ostsee.
Mit dem knallroten Bus sind die beiden auch am Strand die Könige: Schucki ist nämlich inzwischen Mercedesfahrer
geworden. Das Schicksal will es, daß Nicki sich ein Atelier in Oberfranken zulegt, und die Wege der zwei trennen sich
langsam.
Dann taucht eine Triathletin auf, weiter eine Siemens-Bekanntschaft, beim Kölnisch Wasser-Einkauf für Papas Geburtstag
verabredet er sich mit der Douglas-Verkäuferin zum Kaffee, später rückt die Triathletin wieder in den Vordergrund,
dann wieder nicht, und weil's bei Douglas neulich so gut lief, testet er mal gleich die nächste Niederlassung ein paar
Straßen weiter. So lernt Schucki die stellvertretende Filialleiterin Annika kennen, aus der Geschichte entwickelt sich
aber weiter nichts.
Irgendwann muß selbst Schucki mal etwas Abstand zu den Dingen gewinnen, und ein entspanntes Wochenende mit Tornadoregatta
in Scharbeutz wird dazwischengeschaltet. Doch auch hier liegen Frauen auf der Lauer! Eine versuchte, ihn besoffen zu machen,
und was bis zwei Uhr nachts im Strandkorb passiert ist, weiß er am nächsten Morgen unter Restalkohol nicht mehr so
genau. "Ich glaub' die da hinten auf dem Hawk 18 war's.", erklärt er mir beim Start am Sonntag. In Anbetracht der
offensiven Katamaranseglerinnen haben wir Malmö und Gardasee doch lieber gecancelt, in Schweden und Italien wär's
nämlich bestimmt noch dicker gekommen. Verzweifelt schickt Schucki seine Bewerbungsunterlagen nach Andechs für einen Job
als Klosterbruder.